Es liegt nicht an dir, wenn es deiner Mama oder deinem Papa schlecht geht. Du sollst wissen: Du bist nicht schuld. Deine Eltern haben "psychische Erkrankungen" - und die können verschiedene Gründe haben:
Wenn der Körper krank ist...
...kann auch die Seele krank werden. Einige Krankheiten kann man auch erben - das bedeutet aber nicht, dass auch du krank wirst.
Das Leben ist wild...
...und manchmal gar nicht so einfach: Viel Streit, Geldsorgen, Probleme auf der Arbeit oder Trennungen können zum Beispiel psychisch krank machen.
Zu viel von allem
Wenn wir Stress haben, sich viel verändert oder in unserem Leben schlimme Dinge passiert sind, können wir krank werden.
Alle Menschen kennen ein Auf und Ab der Gefühle. An einem Tag ist man glücklich und dann auch mal traurig. Das gehört zum Leben dazu und ist völlig normal. Wenn ein sehr starkes Gefühl aber über Wochen anhält und das Leben beeinträchtigt, spricht man von einer psychischen Erkrankung.
Menschen, die daran leiden, benötigen oft Hilfe von Ärzt*innen oder Psychotherapeut*innen. Manchmal müssen sie auch Medikamente nehmen.
Es gibt verschiedene psychische Erkrankungen, die sich unterschiedlich anfühlen und auswirken und deswegen auch unterschiedliche Namen haben: Es gibt zum Beispiel Depressionen, bipolare Störungen, Angst- und Zwangserkrankungen, Essstörungen, Suchterkrankungen, Psychosen, Schizophrenien oder Persönlichkeitsstörungen wie Borderline-Persönlichkeitsstörung. Woran genau eine Person erkrankt ist, stellen am besten Fachleute fest und besprechen, wie es weitergeht.
Bei vielen Menschen, die psychisch erkrankt sind, lässt sich aber folgendes beobachten:
Auch eine Sucht ist eine psychische Erkrankung und kann verschiedene Gesichter haben. Manche Menschen trinken regelmäßig sehr viel Alkohol, andere nehmen Cannabis oder andere Drogen. Auch Essstörungen (wie Bulimie oder Magersucht) und Spielsucht (wie Glücksspiel im Casino oder online) gehören dazu.
Meistens brauchen erkrankte Erwachsene Hilfe von Ärzt*innen oder Psychotherapeut*innen. Manchmal ist es auch notwendig, dass ein Elternteil für einige Wochen in eine Klinik geht, um sich behandeln zu lassen. Einige Erkrankungen werden mit Medikamenten behandelt.
Das kann deiner Mutter oder deinem Vater im Alltag helfen:
Aber: Es ist als Kind nicht deine Aufgabe, dich um deine Eltern zu kümmern und es ist auch nicht deine Schuld, wenn es ihnen nicht besser geht. Denk immer daran, dass deine Eltern eine Krankheit haben. Auch wenn sie dich lieb haben und sich wünschen, dass die Krankheit einfach weggeht, ist das manchmal nicht so einfach.
All deine Gefühle sind in Ordnung - all deine Fragen berechtigt. Du musst damit nicht allein bleiben. Es kann gut tun, mit anderen zu reden. Gibt es jemanden, dem du vertraust? Selbst wenn diese Person sich nicht so gut mit deinen Problemen auskennt, kann sie mit dir zusammen weitere Hilfe suchen.
Im akuten Notfall ruf bitte immer die 112 (Feuerwehr) oder die 110 (Polizei) an.
Menschen, die du um Hilfe bitten kannst, sind zum Beispiel:
eine Lehrkraft deines Vertrauens, deine Horterzieherin oder dein Horterzieher
deine Kinderärztin oder dein Kinderarzt
eine erwachsene Person deines Vertrauens oder ein Familienmitglied
deine Freundinnen oder Freunde
Du möchtest einfach nur mit jemandem reden?
Hier gibt es verschiedene Angebote, bei denen du anonym bleiben kannst.
Wenn du Hilfe brauchst, kannst du dich jederzeit über das Kontaktformular unten auf dieser Seite bei uns melden - oder du schaust direkt in deiner Region nach. Es gibt viele Menschen, die für dich da sein wollen.