Blick auf
dich

 

 

Kinder von psychisch oder suchtbelasteten Eltern

Es liegt nicht an dir

Es liegt nicht an dir, wenn es deiner Mama oder deinem Papa schlecht geht. Du sollst wissen: Du bist nicht schuld. Deine Eltern haben "psychische Erkrankungen" - und die können verschiedene Gründe haben:

Wenn der Körper krank ist...

...kann auch die Seele krank werden. Einige Krankheiten kann man auch erben - das bedeutet aber nicht, dass auch du krank wirst.

Das Leben ist wild... 

...und manchmal gar nicht so einfach: Viel Streit, Geldsorgen, Probleme auf der Arbeit oder Trennungen können zum Beispiel psychisch krank machen. 

Zu viel von allem

Wenn wir Stress haben, sich viel verändert oder in unserem Leben schlimme Dinge passiert sind, können wir krank werden. 

Ein ganz normaler Tag...

Wenn die Traurigkeit bleibt...

Was heißt "psychisch krank"?

Alle Menschen kennen ein Auf und Ab der Gefühle. An einem Tag ist man glücklich und dann auch mal traurig. Das gehört zum Leben dazu und ist völlig normal. Wenn ein sehr starkes Gefühl aber über Wochen anhält und das Leben beeinträchtigt, spricht man von einer psychischen Erkrankung.

Menschen, die daran leiden, benötigen oft Hilfe von Ärzt*innen oder Psychotherapeut*innen. Manchmal müssen sie auch Medikamente nehmen.

Sind meine Eltern psychisch krank?

Es gibt verschiedene psychische Erkrankungen, die sich unterschiedlich anfühlen und auswirken und deswegen auch unterschiedliche Namen haben: Es gibt zum Beispiel Depressionen, bipolare Störungen, Angst- und Zwangserkrankungen, Essstörungen, Suchterkrankungen, Psychosen, Schizophrenien oder Persönlichkeitsstörungen wie Borderline-Persönlichkeitsstörung. Woran genau eine Person erkrankt ist, stellen am besten Fachleute fest und besprechen, wie es weitergeht. 

Bei vielen Menschen, die psychisch erkrankt sind, lässt sich aber folgendes beobachten:

  • Angstzustände (zum Beispiel: Angst, das Haus zu verlassen, Panikattacken)
  • Depression, also große Traurigkeit - sie fühlen sich schwer, niedergeschlagen, hoffnungslos und ziehen sich zurück
  • sehr wenig, sehr viel oder sehr schlechter Schlaf - dadurch sind viele Betroffene oft müde oder erschöpft
  • Sie essen sehr viel oder sehr wenig.
  • Sucht - viel Alkohol, Drogen oder Medikamente
  • Die Stimmungen schwanken und schlagen schnell um.
  • Schwierigkeit, sich auf etwas zu konzentrieren
  • Es können auch körperliche Beschwerden dazukommen wie häufige Kopf- oder Bauchschmerzen.
  • Manchmal verletzten Betroffene sich auch selbst oder denken darüber nach, nicht mehr leben zu wollen. 
Sind meine Eltern an einer Sucht erkrankt?

Auch eine Sucht ist eine psychische Erkrankung und kann verschiedene Gesichter haben. Manche Menschen trinken regelmäßig sehr viel Alkohol, andere nehmen Cannabis oder andere Drogen. Auch Essstörungen (wie Bulimie oder Magersucht) und Spielsucht (wie Glücksspiel im Casino oder online) gehören dazu.

Was hilft Mama oder Papa, wenn sie psychisch erkrankt sind?

Meistens brauchen erkrankte Erwachsene Hilfe von Ärzt*innen oder Psychotherapeut*innen. Manchmal ist es auch notwendig, dass ein Elternteil für einige Wochen in eine Klinik geht, um sich behandeln zu lassen. Einige Erkrankungen werden mit Medikamenten behandelt. 

Das kann deiner Mutter oder deinem Vater im Alltag helfen: 

  • ein fester Tagesablauf (zum Beispiel: immer zur gleichen Zeit aufstehen und ins Bett gehen, feste Mahlzeiten)
  • ausreichend Schlaf und eine gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Auszeiten (Musik hören, lesen etc.)
  • einem Hobby nachgehen
  • Kontakte pflegen zu Familienmitgliedern, Freund*innen, Bekannten, Kolleg*innen)

Aber: Es ist als Kind nicht deine Aufgabe, dich um deine Eltern zu kümmern und es ist auch nicht deine Schuld, wenn es ihnen nicht besser geht. Denk immer daran, dass deine Eltern eine Krankheit haben. Auch wenn sie dich lieb haben und sich wünschen, dass die Krankheit einfach weggeht, ist das manchmal nicht so einfach.  

Mit wem kann ich reden?

All deine Gefühle sind in Ordnung - all deine Fragen berechtigt. Du musst damit nicht allein bleiben. Es kann gut tun, mit anderen zu reden. Gibt es jemanden, dem du vertraust? Selbst wenn diese Person sich nicht so gut mit deinen Problemen auskennt, kann sie mit dir zusammen weitere Hilfe suchen. 

Im akuten Notfall ruf bitte immer die 112 (Feuerwehr) oder die 110 (Polizei) an.

Menschen, die du um Hilfe bitten kannst, sind zum Beispiel:

Bild Lehrer

eine Lehrkraft deines Vertrauens, deine Horterzieherin oder dein Horterzieher

Bild Kinderarzt/Hausarzt

deine Kinderärztin oder dein Kinderarzt

eine erwachsene Person deines Vertrauens oder ein Familienmitglied

Kinder

deine Freundinnen oder Freunde

 

handy kind

Du möchtest einfach nur mit jemandem reden?

Hier gibt es verschiedene Angebote, bei denen du anonym bleiben kannst.

Damit deine Seele gesund bleibt

5 Fingerübung

Wenn die Traurigkeit kommt, drücke Daumen und Zeigefinger zusammen und denke daran, was du gut kannst. Gib jedem Finger eine schöne Bedeutung und sage dir beim Antippen von jedem Finger, was deine Stärken sind.

Schatzkiste

Nimm dir eine kleine Truhe, eine Box oder einen Karton. Lege Dinge rein, die dir wichtig sind, die du magst und mit denen du schöne Erinnerungen verbindest. Jedes Mal, wenn es dir schlecht geht, kannst du diese Kiste herausholen, die Schätze anschauen und dich an die schönen Momente erinnern.

Sport

Bewege dich! Sei aktiv und baue so schlechte Gedanken, Stress oder Traurigkeit ab. Danach wirst du dich besser fühlen.

Triff dich mit Freundinnen und Freunden! 

Was bereitet dir Freude?

Bist du in einem Verein aktiv oder spielst du ein Instrument? Oder vielleicht bist du gern draußen in der Natur. Hobbies sind gut für dich und deine Seele.

Hab Spaß!

Du darfst dein Leben genießen, auch wenn deine Mutter oder dein Vater krank sind!

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Reden hilft!

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