Intersektorale Angebote für Kinder aus
psychisch und/oder suchtbelasteten Familien
Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien und ihre Eltern haben häufig Unterstützungsbedarfe, die unterschiedliche Hilfesysteme berühren. Kinder- und Jugendhilfe, Psychiatrie, Suchthilfe, Gesundheitswesen, Kita, Schule und weitere psychosoziale Angebote verfügen jeweils über wichtige Kompetenzen. Die Zusammenarbeit über bestehende Sektorengrenzen hinweg ist jedoch nicht immer ausreichend strukturell verankert. Genau da setzt ISA KipsFam an. Das Projekt begleitet Akteur*innen aus unterschiedlichen Bereichen dabei, ihre Kompetenzen und Zugänge miteinander zu verbinden und gemeinsame Angebote für Kinder, Eltern und Familien zu entwickeln. So werden Unterstützungsangebote stärker aufeinander abgestimmt, die Familie als Ganzes in den Blick genommen und tragfähige Formen intersektoraler Zusammenarbeit entwickelt.
ISA KipsFam wird durch die Auridis Stiftung gefördert. Projektlaufzeit: Oktober 2024 bis 30. September 2027
Die Entwicklung intersektoraler Angebote erfordert unterschiedliche Perspektiven, verlässliche Kooperationsstrukturen und eine kontinuierliche fachliche Begleitung. ISA KipsFam verbindet deshalb mehrere Ebenen und Akteur*innen:
Das landesweite Gremium besteht aus 14 Erfahrungsexpert*innen – erwachsenen Kindern aus psychisch oder suchtbelasteten Familien sowie Eltern mit entsprechenden eigenen Erfahrungen. Erfahrungsexpertise ist dabei kein ergänzendes Element, sondern fester Bestandteil der Entwicklungsarchitektur von ISA KipsFam.
Der Expert*innenrat begleitet zentrale Entwicklungsschritte des Projekts, beteiligt sich an Entwicklungswerkstätten, reflektiert Angebotsideen und Prozesse und wirkt an der Auswertung und Aufbereitung der Projektergebnisse mit. Die Perspektive der Erfahrungsexpert*innen ergänzt die fachliche und wissenschaftliche Expertise um Wissen aus eigener Erfahrung. Sie trägt dazu bei, Unterstützungsbedarfe und mögliche Zugangsbarrieren frühzeitig zu erkennen und Angebote hinsichtlich ihrer Passgenauigkeit, Erreichbarkeit und Akzeptanz zu reflektieren. ISA KipsFam verfolgt damit einen partizipativen Entwicklungsansatz, bei dem die Perspektiven von Menschen mit eigener Erfahrung möglichst frühzeitig und kontinuierlich einbezogen werden.
Seit dem Projektstart im Oktober 2024 und dem erfolgreichen Auftakttreffen im Juli 2025 in Rostock hat sich ISA KipsFam von einer zunächst offenen Ideen- und Entwicklungsphase zunehmend zur konkreten Vorbereitung intersektoraler Umsetzungsprozesse entwickelt.
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Verbindung von erprobten bzw. fachlich fundierten Programmen, verbindlichen Kooperationsstrukturen, gesicherter Finanzierung und strukturierter Begleitung gute Voraussetzungen für eine tragfähige intersektorale Umsetzung schafft.
Mit Familie Löwenmut MV und dem Elternprogramm Leuchtturm konnten zwei Ansätze wesentlich konkretisiert werden.
Die bisherigen Erfahrungen bestätigen, dass die Entwicklung tragfähiger intersektoraler Angebote einen ausreichenden zeitlichen Rahmen benötigt. Neben der fachlichen Verständigung zwischen unterschiedlichen Systemen müssen Kooperationsstrukturen, Finanzierung, personelle Ressourcen, Qualifizierung, Zuständigkeiten und konkrete Umsetzungsabläufe aufeinander abgestimmt werden. Mit der kostenneutralen Verlängerung von ISA KipsFam bis zum 30. September 2027 steht dieser Entwicklungs- und Erprobungszeitraum zur Verfügung.
Im zweiten Halbjahr 2026 stehen insbesondere der Aufbau der Kooperations- und Umsetzungsstrukturen, die weitere Konzeptabstimmung sowie die erforderlichen Qualifizierungen im Mittelpunkt. Im Jahr 2027 sollen erste praktische Umsetzungserfahrungen gewonnen, fachlich ausgewertet und für Transfer und Verstetigung aufbereitet werden. Damit richtet sich der Blick zunehmend auf die Frage, wie erfolgreiche intersektorale Ansätze langfristig in tragfähige Unterstützungsstrukturen für Kinder und Familien in Mecklenburg-Vorpommern überführt werden können.
Sie möchten mehr über ISA KipsFam, die entwickelten Ansätze oder Möglichkeiten intersektoraler Zusammenarbeit erfahren oder sich selbst einbringen?
Antje Werner - Projektleitung ISA KipsFam
E-Mail: antje.werner@sozialpsychiatrie-mv.de
Durch 1-2 Mitarbeitende werden Fachleistungsstunden aus beiden Bereichen/Sektoren erbracht. Ziel ist es, Hilfen wie aus einer Hand zu generieren. Dies soll gelingen durch eine gemeinsame Hilfeplanung und -erbringung. So werden Abstimmungen möglich und das Familiensystem wird als Gesamtheit gesehen und unterstützt
Ein evaluiertes Resilienzprogramm stärkt gezielt die Widerstandsfähigkeit der Kinder und bezieht dabei die Eltern ein. Gleichzeitig gibt es Ansprechpartner*innen in der Kita für Eltern, die das Thema seelische Gesundheit für Familien und Eltern anbieten und in Fragen zur Erziehung und psychosozialen Belastungen zur Verfügung stehen.
Hebammen weben im Rahmen ihrer vor- und nachgeburtlichen Begleitung das Thema Seelische Gesundheit ein und gestalten gemeinsam mit Mitarbeitenden aus Psychiatrie & Gynäkologie diesen inhaltlichen Baustein.
Beide Professionen unterstützen die Familien in mobilen Teams im Alltag nach stationärer Therapie von Eltern. Ziel ist es, Übergänge für alle Familienmitglieder besser zu gestalten und erarbeitete Strategien der Eltern in den Alltag zu transferieren.