Für ein neues Unterstützungsangebot für Familien sucht die Landesfachstelle KipsFam (kurz für: Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Eltern) engagierte Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe sowie aus angrenzenden Arbeitsfeldern. Sie sollen weitergebildet werden nach dem „Mit-Eltern-Ansatz“ – einem Konzept, das gezielt auf die Unterstützung von Eltern mit psychischen und/oder Suchterkrankungen abzielt.
Die Qualifizierung richtet sich an zwei Zielgruppen, die gemeinsam ausgebildet werden: Zum einen an Eltern mit eigener Erkrankung, die bereits eine Weiterbildung als Genesungsbegleiter abgeschlossen haben. Sie können sich zur „Mit-Mutter“ oder zum „Mit-Vater“ weiterqualifizieren. Zum anderen sind Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe sowie aus der Arbeit mit Familien angesprochen. Sie werden darauf vorbereitet, eng mit den Mit-Eltern zusammenzuarbeiten.
Der Ansatz basiert auf einem einfachen, aber effektiven Prinzip: Mütter oder Väter, die an einer psychischen Erkrankung leiden, begleiten und unterstützen andere betroffene Eltern. Zentral dabei ist die gemeinsame Erfahrung: Psychisch belastete Eltern wissen, wie herausfordernd der Alltag sein kann – etwa, wenn die Kraft fehlt, Kinder für Schule oder Kita vorzubereiten oder gemeinsame Aktivitäten zu planen. Gleichzeitig fällt es ihnen oft schwer, professionelle Hilfen in Anspruch zu nehmen – aus Scham oder aus Angst vor möglichen Konsequenzen für die Familie.
Genau da setzt der Mit-Eltern-Ansatz an. Mit-Eltern bauen Brücken zwischen Familien und Unterstützungsangeboten und helfen dabei, Hemmschwellen abzubauen. Dadurch werden sowohl die Eltern als auch ihre Kinder langfristig gestärkt. Wichtig, denn: Kinder aus belasteten Familien haben ein deutlich erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens selbst zu erkranken.
Interessierte Fachkräfte sind eingeladen, sich für die Weiterbildung anzumelden: kristin.pomowski@sozialpsychiatrie-mv.de