Blick auf
dich

 

 

Jugendliche Kinder von psychisch oder suchtbelasteten Eltern

Es liegt nicht an dir 

Niemand ist schuld daran, wenn deine Mutter oder dein Vater seelisch erkrankt sind – vor allem nicht du. Kinder und Jugendliche haben oft das Gefühl, dass es an ihnen liegt, wenn es den Eltern schlecht geht. Du musst aber wissen: Du bist nicht schuld. Eine psychische Erkrankung kann verschiedene Auslöser haben.

Biologische Auslöser 

Körperliche Erkrankungen wie Stoffwechselveränderungen oder Störungen der Hirnfunktion, aber auch genetische Veranlagungen können dazu führen, dass man psychisch erkrankt. Das bedeutet nicht, dass auch du betroffen bist.

Soziale Auslöser 

Der Tod eines geliebten Menschen, Beziehungsprobleme, Überforderung am Arbeitsplatz, Mobbing: Wenn die Belastungen im Alltag zu groß werden, löst das Stress in uns aus. Das kann auf lange Sicht zu psychischen Erkrankungen führen.

Psychologische Auslöser 

Bestimmte Erfahrungen wie ein schwerer Unfall oder eine Gewaltsituation können psychisch krank machen. Auch ein geringes Selbstwertgefühl oder traumatische Erlebnisse in der eigenen Kindheit können eine Erkrankung begünstigen.

Wenn die Traurigkeit bleibt...

Was heißt "psychisch krank"?

Alle Menschen kennen ein Auf und Ab der Gefühle. An einem Tag ist man glücklich und dann auch mal traurig. Das gehört zum Leben dazu und ist völlig normal. Wenn ein sehr starkes Gefühl aber über Wochen anhält und das Leben beeinträchtigt, spricht man von einer psychischen Erkrankung.

Menschen, die daran leiden, benötigen oft Hilfe von Ärzt*innen oder Psychotherapeut*innen. Manchmal müssen sie auch Medikamente nehmen.

Sind meine Eltern psychisch krank?

Es gibt verschiedene psychische Erkrankungen, die sich unterschiedlich anfühlen und auswirken und deswegen auch unterschiedliche Namen haben: Es gibt zum Beispiel Depressionen, bipolare Störungen, Angst- und Zwangserkrankungen, Essstörungen, Suchterkrankungen, Psychosen, Schizophrenien oder Persönlichkeitsstörungen wie Borderline-Persönlichkeitsstörung. Woran genau eine Person erkrankt ist, stellen am besten Fachleute fest und besprechen, wie es weitergeht. 

Bei vielen Menschen, die psychisch erkrankt sind, lässt sich aber folgendes beobachten:

  • Angstzustände (zum Beispiel: Angst, das Haus zu verlassen, Panikattacken)
  • Depression, also große Traurigkeit - sie fühlen sich schwer, niedergeschlagen, hoffnungslos und ziehen sich zurück
  • sehr wenig, sehr viel oder sehr schlechter Schlaf - dadurch sind viele Betroffene oft müde oder erschöpft
  • Sie essen sehr viel oder sehr wenig.
  • Sucht - viel Alkohol, Drogen oder Medikamente
  • Die Stimmungen schwanken und schlagen schnell um.
  • Schwierigkeit, sich auf etwas zu konzentrieren
  • Es können auch körperliche Beschwerden dazukommen wie häufige Kopf- oder Bauchschmerzen.
  • Manchmal verletzten Betroffene sich auch selbst oder denken darüber nach, nicht mehr leben zu wollen. 
Sind meine Eltern an einer Sucht erkrankt?

Auch eine Sucht ist eine psychische Erkrankung und kann verschiedene Gesichter haben. Manche Menschen trinken regelmäßig sehr viel Alkohol, andere nehmen Cannabis oder andere Drogen. Auch Essstörungen (wie Bulimie oder Magersucht) und Spielsucht (wie Glücksspiel im Casino oder online) gehören dazu.

Was hilft meinen Eltern, wenn sie psychisch erkrankt sind?

Meistens brauchen erkrankte Erwachsene Hilfe von Ärzt*innen oder Psychotherapeut*innen. Manchmal ist es auch notwendig, dass ein Elternteil für einige Wochen in eine Klinik geht, um sich behandeln zu lassen. Einige Erkrankungen werden mit Medikamenten behandelt. 

Das kann deiner Mutter oder deinem Vater im Alltag helfen: 

  • ein fester Tagesablauf (zum Beispiel: immer zur gleichen Zeit aufstehen und ins Bett gehen, feste Mahlzeiten)
  • ausreichend Schlaf und eine gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Auszeiten (Musik hören, lesen etc.)
  • einem Hobby nachgehen
  • Kontakte pflegen zu Familienmitgliedern, Freund*innen, Bekannten, Kolleg*innen)

Aber: Es ist als Kind nicht deine Aufgabe, dich um deine Eltern zu kümmern und es ist auch nicht deine Schuld, wenn es ihnen nicht besser geht. Denk immer daran, dass deine Eltern eine Krankheit haben. Auch wenn sie dich lieb haben und sich wünschen, dass die Krankheit einfach weggeht, ist das manchmal nicht so einfach.  

Mit wem kann ich reden?

All deine Gefühle sind in Ordnung. All deine Fragen sind berechtigt. Du musst damit nicht allein bleiben. Gibt es einen Menschen, dem du vertraust? Selbst wenn diese Person sich nicht so gut mit deiner Situation auskennt, kennt sie vielleicht jemanden, der Rat weiß. 

Im akuten Notfall ruf bitte immer die 112 (Feuerwehr) oder die 110 (Polizei) an.

Wenn du jemanden zum Reden und Zuhören brauchst, kannst du versuchen, eine der folgenden Personen anzusprechen:

Lehrer Jugend

eine Lehrkraft deines Vertrauens

Bild Kinderarzt/Hausarzt

deine Ärztin oder dein Arzt

eine erwachsene Person deines Vertrauens oder ein Familienmitglied

Bild für Jugendliche

deine Freundinnen oder Freunde

Du möchtest einfach nur mit jemandem reden?

Hier gibt es verschiedene Angebote, bei denen du anonym bleiben kannst.

 

Damit deine Seele gesund bleibt

Positives

Schreibe vor dem Schlafengehen drei Dinge auf, die dir aus deinem Tag positiv in Erinnerung geblieben sind.

Bleib in Bewegung

Rad fahren, spazieren gehen, Fußball spielen, schwimmen oder ein Workout mit Youtube: Sport hilft nachweislich dabei, Stress und Traurigkeit abzubauen. Da Bewegung Glückshormone freisetzt, fühlst du dich besser.

Finde deine Leidenschaft

Tu Dinge, die dir Spaß machen. Du liest gern, hast Freude am Malen oder Zeichnen, spielst ein Instrument, singst in einer Band oder kannst gut fotografieren? Hobbys sind wahre Seelenstreichler.

Frische Luft

Wenn dir zu Hause die Decke auf den Kopf fällt oder dir alles zu viel wird: geh raus. An der frischen Luft kannst du dich auch mit Freundinnen und Freunden treffen, Sport treiben oder in Ruhe deinem Hobby nachgehen.

Triff dich mit Freundinnen oder Freunden!

Hab Spaß!

Du darfst dein Leben genießen, auch wenn deine Eltern krank sind!

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Reden hilft!

Wenn du Hilfe brauchst, kannst du dich jederzeit über das Kontaktformular unten auf dieser Seite bei uns melden - oder du schaust direkt in deiner Region nach. Es gibt viele Menschen, die für dich da sein wollen.

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Kontakt

Sie haben Fragen, Anmerkungen, Ideen oder benötigen Hilfe? Wir von der Landesfachstelle KipsFam haben für alle Anliegen offene Ohren und Augen. Schreiben Sie uns – wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen zurück!

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