Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, seine Stärken zu entdecken und mit schwierigen Situationen gut umzugehen - dieses Ziel verfolgt das Präventionsprogramm Familie Löwenmut MV. Seit Juli setzt der Landesverband Sozialpsychiatrie MV das Projekt in Mecklenburg-Vorpommern um und rückt Vorschulkinder in den Mittelpunkt – mit besonderem Blick auf Kinder, die mit psychisch oder suchtbelasteten Eltern aufwachsen.
„Kinder können nicht verhindern, dass ihre Eltern psychisch erkranken oder eine Suchterkrankung entwickeln. Aber wir können ihnen helfen, mit ihren Lebenssituationen besser umzugehen, ihre eigenen Stärken zu erkennen und Sicherheit und Zuversicht zu entwickeln“, sagt Julia Schreiter, die das Projekt beim Landesverband koordiniert. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir Familie Löwenmut in Mecklenburg-Vorpommern anbieten können.“
Bei dem Projekt schulen Expert*innen zum Thema kindliche Resilienz Erzieherinnen und Erzieher aus Kitas in MV. Sie werden mit dem notwendigen Wissen versorgt, um das Löwenmut-Programm an ihren Einrichtungen anbieten zu können. Dabei zeigen sie Kindern durch Spiele, Geschichten und verschiedene Materialien, wie sie ihre Gefühle erkennen und verarbeiten sowie eigene Fähigkeiten entwickeln und erklären, wo es Unterstützung gibt. „An dieser Stelle kommen weitere Netzwerkpartner*innen ins Spiel wie Vereine, Anlaufstellen, Hilfsorganisationen. Sie sollen zu festen Kontakten für die Kitas und Familien werden, damit Hilfe schnell und ohne Berührungsängste möglich ist“, so Schreiter.
Familie Löwenmut wurde 2021 vom Dachverband Gemeindepsychiatrie ins Leben gerufen und seither in verschiedenen Orten Deutschlands angeboten. Bis Juni 2028 soll das Projekt in allen neun Gebietskörperschaften in MV etabliert werden. Dafür wird das Projekt in MV mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds ESF Plus gefördert. Zwei Regionen sind bereits dabei, weitere Standorte werden gesucht. Dafür läuft aktuell ein Interessenbekundungsverfahren, das sich an Kindertageseinrichtungen und regionale Einrichtungen richtet, die gemeinsam die Resilienz von Kindern stärken und die Unterstützung für Familien weiterentwickeln möchten.
„Wir möchten Kitas dabei unterstützen, Kinder nicht erst dann in den Blick zu nehmen, wenn Schwierigkeiten bereits sehr groß geworden sind“, erklärt Beate Pinkert, die Löwenmut mitentwickelt hat. „Wir unterstützen die Erzieher*innen, begleiten die Eltern und stärken die Kinder. So möchten wir erreichen, dass Familien im Alltag Halt haben.“
Interessierte Kindertageseinrichtungen und regionale Netzwerke können sich melden bei julia.schreiter@sozialpsychiatrie-mv.de